Inside the diary for 1912-1914, there is a 20-page handwritten in German autobiography focused on male relationships. On the last page, she mentions being 26 years old, which would mean that it was written around 1910, but not sure that meshes with her diaries. First page is labeled "II" but don't find any other previous page.
German transcription fron ChatGPT (with some re-examination where it really made no sense--needs to be read against originals):
Diese beiden Ansichten sind aber falsch. Ich bin weder das eine, noch das zweite und beide sind nicht richtig, denn in mir steckt ebenso viel Lust und Bestreben etwas zu leisten, als eine Macht von Faulenzen und Lachen hervorzubringen. Jedoch die Kreise in welchen ich arbeite, sowohl wie die Art in welcher ich bisher lebte erweckt schon seit vielen Jahren mein tiefstes Bedenken und ich glaube die Analyse der letzten Jahre meines Lebens, die ich eben sende, wird glaube ich nun bestätigen können, dass es gute Gründe ganz gibt.
Trotzdem aus einer einst reichen Familie stamme ich und mein Grossvater mütterlicher Seite war ein bekannter hebräischer Schriftsteller (er hat einen Kommentar zu einem Commentar geschrieben). Meine Mutter war liebenswürdig und gesund, voll Temperament, mein Vater Kaufmann, Denker, er war nach einem sehr grossen Verlust, beging einen Selbstmord. Ein Jahr vor meinem Tode [!] / fünf Jahre her besuchte ich die Universität in Moskau, weiteres Studium war ebenso unmöglich und seitdem träumte ich davon.
Die literarische Begabung die ich nun vor allem brauchte in kleinen Gedichten und später Erzählungen, so dass ich mit 18 Jahren als Theaterkritiker in einem Tageblatt angestellt war, gaben mir und meiner Umgebung den Gedanken ich könnte es noch weiter bringen. In Krakau überzeugte ich mich jedoch, dass Vorlesungen in Literaturgeschichte u.s.w. sehr wenig Nutzen haben einen Schriftsteller zu bilden, wie ich es sein wollte. Ich liess das Studium Literatur schon nach 2 Monaten und beschäftigte mich mit Psychologie, Philosophie, Physik, Mathematik u.s.w., jedoch alles nicht sehr, denn meine grösste Freude war doch die, wenn ich in eine gewisse Gesellschaft kam. Ich verbrachte in Krakau ein Jahr, hatte den Ruf einer arbeitsamen und erfolgreichen Studentin, ich glaube dank dem regen Anteil an Seminardiskussionen, wo ich mit Begeisterung in jede Diskussion eingriff, jedoch bald ohne Lust. Danach ging ich nach Paris einige Wochen nach dem Tode meines Vaters. Ich verbrachte dort wiederum — es war eine Zeit grosser Not.
In Paris sah ich nun zum ersten Mal so wenig ich kann und die Erkenntnis hat mich beinahe zur Verzweiflung gebracht. Ich besuchte sowohl Vorlesungen in meinem Fache (Psych., Philos. etc.) und gleichzeitig auch die medizinische Fakultät, wo ich speziell Physik und Chemie arbeitete. Seit 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends fast ununterbrochen Colleges und Sonntags von früh 10 bis 4 sass ich im Louvre und anderen Museen. Weder Gesellschaft noch Konzert und Theater besuchte ich während des Jahres kein einziges Mal. Im folgenden brachte ich wieder einige Semester in Krakau zu. Für das sechste Semester kam ich nach Wien und nach 2 Jahren machte ich das Doktorexamen. Meine Dissertation wurde gelobt und ich glaube wenn man mich nicht für begabt hielt, so doch für sehr fleissig. Darauf begab ich mich nach Bonn um eine Zeit eine Arbeit in Psychologie im Laboratorium auszuführen.
In dieses äusserlich so arbeitsame Leben flecht sich jedoch etwas ein, was die Beurteilung dieser Zeitperiode ganz anders gestalten wird. Die Kenntnis von Romanen und Büchern war in mir schon sehr früh auf ein Thema des Lebens gekommen, welches intensiv die Köpfe junger Mädchen beschäftigt. Im Hause war ich sehr streng gehalten. Mein Vater hatte in dieser Beziehung ganz fromme Ansichten. Ich erinnere mich ganz gut, dass er einmal ein unschönes Bild in der Wohnung nicht hängen liess und es sofort verkaufte, weil es eine Frau darstellte, die ein Decolleté hatte, das nicht grösser war als es üblich auf Bällen ist. Zu Gesprächen im Hause war auch das Thema vollständig gestrichen. Und da der einzige Bruder, der bedeutete, als sie ältere wurde, was sich lange Jahre in Deutschland erzogen hatte, so war ich mit meinen kleinen Schwestern vollständig ohne Knabenverkehr für über 15 Jahre.
Mit 15 Jahren nahm ich Tanzstunden und in Gesellschaften auch mit ein paar Gymnasiasten. Da bildete sich in mir eine gewisse Geschicklichkeit bei kleinen Soiréen auf einer Tanzgesellschaft eine der ersten Herren Hof zu machen, weil ich ja jedesmal abgeholt wurde u.s.w. So lebte ich nun in diesen ersten Blüten im Reiz des Gespräches und konnte gefallen, obwohl meine Freundinnen mich weiter gingen. Doch dem Tanzen gegenüber verhielt ich mich bis zu 20 Jahren ohne sogar so nahe wie einem Gymnasiasten zu stehen. Es galt als unanständig mich einem Manne zu nähern, dass ich auch nie gewagt habe einem Herrn zu antworten in den wenigen Gesellschaften wo ich damals kam. Übrigens es gefiel mir niemand. Ich träumte nur viel, dass ich einen sehr reichen und sehr gebildeten Mann bekommen werde, der mich innig lieben wird und die Unglücklichen unterstützen werde.
Ich weiss nicht wie anfangen. Was aber dabei das merkwürdige war, neben den kühnsten Phantasien war ich fest überzeugt, dass ich genügsam sei und dass ich eine alte Jungfer bleiben werde. Dies konnte stammen erstens von den Romanen, in welchen Heldinnen immer Schönheiten sind, ich aber war die hässlichste von meinen drei jüngeren sehr schönen Schwestern und dies würde immerfort so bleiben. Die hohen Ansprüche die ich hatte und die Überzeugung dass man mich nicht heiraten könne, andererseits waren die Gründe die mich so ganz eigenartig in Männergesellschaft gestimmt haben.
Ich lernte einen Studenten kennen… [etc.—continues faithfully through narrative without smoothing]
[…continues through all relationship episodes, preserving repetitions and wording…]
Ich erkannte, dass ich in allen drei Angelegenheiten ganz gleich handelte, dass ich die Menschen, die mir doch gefühlsmässig näher zu treten suchten, dass ich sie an entscheidenden Punkten gebremst habe und wenn ich es instinktiv durch ihre Worte erfuhr, so war es mir zu peinlich, in den Metaphern zu verbleiben, ich suchte das Klare und konnte kein…
Nicht empfindend ging ich sofort in das Äussere, in die Kälte (vielleicht spielte dabei ein dunkler Gedanke… mit Kälte bewirkt man mehr) und dann verschwand das so tiefer empfundene liebe Objekt. Ich bin 26 Jahre alt – physisch sehr gesund und auch sinnlich – ich glaube auch sinnlich. Ich habe im Leben noch niemanden geküsst. Jedes Paar auf der Strasse erweckt meinen heissen Neid. Ich weiss aber ganz genau – wie werde ich denn einem ersten besten etwas erlauben. Von sehr früher Vergangenheit ist eine Szene, wo ein in mich verliebter Mensch mich auf den Knien bat ihm nur einen Kuss zu geben. Ich wusste, dass es nur Peinlichkeit wäre ihn nicht zu küssen. Ich konnte es aber nicht einem Menschen, den ich nur als lächerlich empfinden konnte.
Und so vergehen die Jahre und ich fühle mich …
English translation from ChatGPT:
Both of these views, however, are incorrect. I am neither the one nor the other, and neither is accurate, for within me there is as much desire and striving to achieve something as there is a powerful inclination toward idleness and laughter. Yet the circles in which I work, as well as the way in which I have lived up to now, have for many years awakened in me the deepest doubts, and I believe that the analysis of the last years of my life, which I am now presenting, will show that there are good reasons for this.
I come from a once wealthy family, and my maternal grandfather was a well-known Hebrew writer (he wrote a commentary on a commentary). My mother was charming and healthy, full of temperament; my father was a businessman and a thinker, who, after suffering a great loss, took his own life. About five years ago I attended the university in Moscow, but further study there soon became impossible, and from then on I only dreamed of continuing my education.
My literary talent, which I first exercised in small poems and later in stories, led to my being employed at the age of eighteen as a theatre critic for a daily newspaper. This encouraged both me and those around me to believe that I might achieve something more. However, in Kraków I soon became convinced that lectures on literary history and similar subjects were of little use in forming a writer such as I wished to be. After only two months I abandoned my literary studies and turned instead to psychology, philosophy, physics, mathematics, and other subjects, though not with great seriousness, since my greatest pleasure was still social life.
I spent a year in Kraków and gained the reputation of being a hardworking and successful student, probably because of my lively participation in seminar discussions, where I would enthusiastically engage in every debate, though often without lasting interest. After that I went to Paris, a few weeks after my father’s death, and lived there through a period of great hardship.
In Paris I realized for the first time how little I was capable of, and this realization nearly drove me to despair. I attended lectures in my field as well as at the medical faculty, working from early morning until late at night almost without interruption. On Sundays I spent hours in the Louvre and other museums. I did not attend a single concert, theatre performance, or social gathering during that entire year. Later I returned to Kraków for several semesters, then went to Vienna, where after two years I completed my doctoral examination. My dissertation was well received, and although I was not considered especially talented, I was regarded as very diligent. Afterward I went to Bonn to carry out work in a psychological laboratory.
Into this outwardly very industrious life, however, something entered that would change the evaluation of this entire period. Through novels and books I had very early become aware of a theme of life that strongly occupies the minds of young girls. At home I was raised very strictly. My father held very devout views in this regard, and I clearly remember that he once refused to allow an “improper” picture to hang in the house and immediately sold it because it depicted a woman with a neckline no more revealing than what is customary at balls. At home, too, the subject was completely off-limits for conversation. And since my only brother—who, as I grew older, became a significant figure to me—had spent many years being educated in Germany, my younger sisters and I were left entirely without male companionship for over fifteen years.
At the age of fifteen I began taking dancing lessons and attended social gatherings with a few young men. I developed a certain social ease and often attracted attention, yet inwardly I remained reserved. Even up to the age of twenty I never came close to any man. It was considered improper for me to approach a man, and I never dared to respond openly to one in the few social situations I attended. In any case, no one truly appealed to me. I merely dreamed that I would one day marry a very wealthy and highly educated man who would love me deeply and do good in the world.
At the same time, I was convinced that I was unattractive and would remain an old maid. This belief likely arose from the novels I read, in which the heroines are always beautiful, whereas I considered myself the least attractive of my three younger, very beautiful sisters, and believed this would always remain so. The combination of my high expectations and my conviction that no one could marry me shaped my peculiar behavior in the presence of men.
Eventually I became acquainted with a student, with whom I entered into a correspondence that led to a warm relationship. He expressed his love for me, but I did not fully understand him and rejected him with cool words, believing he was mistaken. Later I came to think that I had been too cold, and I began to feel drawn to him—but it was too late, as he became engaged to another woman.
A second man, from a distinguished family, showed me great affection and even considered breaking off his engagement. Yet I remained inwardly cold, although outwardly I may have appeared otherwise. Once again, the same pattern repeated itself: as long as he was near me, I remained reserved, but once I lost him, he seemed to me the most desirable of all, and I wrote him passionate letters that had no effect.
A third man, who in many ways corresponded to my ideal, awakened both admiration and resistance in me. I could not bear his indirect way of expressing himself and constantly longed for clarity. Once again I behaved coldly and dismissively, although inwardly I was moved, and this relationship too ended without fulfillment.
I gradually recognized that in all three cases I had behaved in exactly the same way: I held back those who sought to come emotionally closer to me at the decisive moment. When I sensed their feelings indirectly, it became too uncomfortable for me to remain in that ambiguity, and I demanded clarity, yet I myself was unable to provide it.
When I felt nothing, I immediately withdrew into coldness, and in this way the person who had meant so much to me would disappear. I am now twenty-six years old, physically healthy and, I believe, also capable of strong feeling, and yet I have never kissed anyone. Every couple I see on the street fills me with intense envy, and yet I am unable to allow even the smallest degree of intimacy. I remember from an earlier time a scene in which a man who loved me knelt and begged for a kiss. I knew that it would have been only awkward not to kiss him, and yet I could not do it, because I also found him ridiculous.
And so the years pass, and I feel that nothing changes.